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Allgemein, Programmierung, Security

Neue HagenFragen.de ist online

Es hat eine ganze Weile gedauert, die neue hagenfragen.de online zu bringen. Heute ist es vollbracht.

Runde 1: Das missglückte Typo3 Upgrade

Erst die Versuche die alten Typo3 4.5 LTS Beiträge und Datenbanken auf die neue Typo3 LTS Version zu migrieren. Junge, was mich das Nerven gekostet hat. Eigentlich unglaublich, dass ein Enterprise CMS wie Typo3 bei Update-Pfad von Langzeitversion (LTS) auf die nächste LTS derart schlampt. ich mein, da gibt’s doch genug Nutzer und Firmen die genau diesen vermeindlich sicheren Pfad wählen. Und auch der best practice Tipp das Update von Version zu Version durchzuführen. Was soll denn das? Dann kann ich ja gleich jede Version installieren. Ich will ein stabiles CMS das ich alle 3-4 Jahre ohne Stress updaten kann. Nach dem Update auf die nächste Version liefen schon die 1/2 der Plug-Ins nicht mehr. Nachdem ich in stundenlanger Arbeit alle Updates gemacht hatte war die Datenbank genauso korrupt wie nach dem LTS auf LTS update. Nach viel Handarbeit und SQL-Magic, PHP Hacking liefen die Artikel wieder. Leider musste ich jedoch feststellen, dass sich auch die komplette Template Engine sich so geändert hat, dass mein selbst geschriebenes Template nicht mehr funktionierte. Da war meine Geduld endgültig am Ende.

Runde 2: Der Umstieg von Typo3 auf WordPress

Auf Kunden-Seiten nutze ich WordPress schon viele Jahre. Für kleinere und mittlere Seiten hat sich WordPress bei mir auch prima geschlagen. Und für die Beiträge auf hagenfragen.de brauche ich die ganze Typo3 Power eigentlich auch nicht. Es war immer eine tolle Umgebung für Optimierungen und Tests. Und was man SEO-mäßig alles aus Typo3 herauskitzeln kann war ein toller Lerneffekt. Alles in allem, wenn mann den Zeit/Nutzen Multiplikator rechnet lohnt sich die nötige Mehrarbeit für Typo3 gegenüber WordPress in keiner Weise. Alleine schon der Aufwand ein wirklich gutes Typo3 Template selbst zu schreiben bzw. zu programmieren. Eine Woche um es zu programmieren, jetzt mit Response Design wahrscheinlich noch um die Hälfte länger. Dann noch die ganzen Hacks und Optimierungen für die einzelnen Browser contra 50€ für ein WordPress Template, dass alle Funktionalitäten mitbringt und automatisch aktualisiert wird. Da muss man nicht lange rechen. Des Weiteren automatische Updates via Mausklick in der Oberfläche, PlugIns die in mehr als einer Version funktionieren. Das ist schon vom Pflegeaufwand eine ganz andere Nummer als bei Typo3, bei dem man jedes Security Patch von Hand einspielen muss.

Runde 3: Der lange Weg zu den Daten

Also einfach kurz das CMS umstellen. Weit gefehlt. es geht gar nichts automatisch. Ich habe probiert meine Artikel mittels SQL zu exportieren. Eine Nullrunde. Es gibt auf dem Markt auch kein Tool (das ich gefunden hätte) das die Migration hinbekommt. Selber schreiben? Für eine einzige Migration? Das lohnt sich nicht. (vermutlich denken auch alle anderen so, die das schonmal gemacht haben. Vielleicht gibt’s deshalb keine Tools dafür).
Was bleibt also? Nur das für einen Programmierer eigentlich unwürdige copy und paste. Bei mehr als 80 Seiten und hunderten von Assets wie Bildern eine SklavenFleißarbeit.

Runde 4: URL Kosmetik

Bei meiner alten Typo3 domain habe ich extrem auf SEO taugliche URLs geachtet. Sowohl was Struktur als auch Aussagekraft angeht. In Type3 konnte man die URLs via TypoScript gestalten wie man wollte. WordPress hingegen folgt einem mehr oder minder starren Konzept was Kategorien anbetrifft, was die Gestaltungsfreiheit sehr einschränkt. Es gibt natürlich PlugIns die diese Scharte auswetzen, aber desto mehr PlugIns, desto mehr Problem ein Form von a) potentielles Sicherheitslücken im Code der Erweiterung, b) mehr Erweiterungen bedeuten automatisch eine erhöhte Komplexität der Abhängigkeiten zwischen den Plugins c) wenn der Plugin in einem Jahr nicht mehr weiterentwickelt wird hat man ein Problem d) Ein Zahnrad mehr um das man sich bei jedem Update kümmern muss. Zurück zum Thema: Warum ist es mir so wichtig, dass beim das alten und das neuen System die URLs gleich bleiben? Ganz einfach. Google hat die bestehenden URLs schon Jahrelang im Index. Google speichert nicht nur die Inhalte der einzelnen Seiten sondern auch wie lange sie schon im Index sind. Quasi das Alter der Seite, oder neudeutsch Domain-Age. Das Domain/Page-Age ist ein Rankingfakor der bei dem Ausspielen der Seiten einen Einfluss hat. Beispiel: Wenn zwei Seiten von verschiedenen Domains den gleichen Inhalt haben und für Google die gleiche Relevanz für den Suchbegriff haben, dann werden weitere Faktoren wie eben das Alter der Seite hinzugezogen. Das ist der erste Grund warum Seiten nicht einfach umgezogen werden sollten. Es verweisen zudem dutzende von Blogs, Webseiten und private Seiten direkt auf meine Seiten. Diese eingehenden Links (inbound-links) würden nach einer Umstellung ins Leere laufen. Und gemäß Tim-Berners-Lee, dem Vater des Internets sollten Tote Links sollten generell vermeiden werden „Cool URIs Don’t Change“(1998). Wie also das Dilemma lösen? Ganz einfach: URL Struktur soweit anpassen wie es geht und alternativ permanente Weiterleitungen für die restlichen Seiten. Also habe ich mir ein Tool geschrieben, dass alle URLs des alten und des neuen Auftritts vergleicht und via Ähnlichkeitsanalyse weiterleitenden erzeugt. Diese vom Script erzeugten Weiterleitungen habe ich direkt im Webserver eingetragen und getestet. Mit gutem Erfolg. Dennoch sollte man in den Wochen nach dem Liregang eines neuen Auftritts die Error-Logs und die Statistiken der Website im Auge behalten.

Runde 5: Fazit

Hat sich der Aufwand für den Umzug gelohnt? Wenn das Update und Security Problem bei Typo3 nicht bestanden hätte wäre ich vermutlich bei Typo3 geblieben, weil Typo durch TypoScript einfach mehr technische Möglichkeiten bietet die Seite zu optimieren. Das ist aber immer mit viel Zeit und Know-How verbunden. Diese Zeit spare ich mir mit WordPress, und kann mich mehr um die Inhalte kümmern. Das Erfassen längerer Artikel ist mit WordPress deutlich angenehmer auch der MediaBrowser ist Generationen weiter. Durch die Verbreitung von WordPress gibt es jede Menge guter Tools und Templates, die einem das Leben sehr vereinfachen. Also alles in allem hat sich der Aufwand des Umzugs gelohnt.

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7. Januar 2016/von Hagen Glötter
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